Abschied von Helga Jakob-Stralka

HJS
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„Frau Stralka gab es schon immer.“  So zitierte KR Jochen Bernhardt am 21.September in der LUX-Kirche die Antwort einer Kollegin aus dem Landeskirchenamt als er diese auf Helga Jakob-Stralkas bevorstehenden Ruhestand ansprach und fragte, was ihr spontan in den Sinn käme… Von einem „berufsbiographischen Blumenstrauß“ sprach er und nannte einige ihr zugeschriebene persönliche Stärken: gewissenhaft sei sie ebenso wie sicher und flexibel, sie habe neben einem breiten theologischen und pädagogischen Fachwissen auch eine selbstverständliche Autorität sowie Souveränität und Verhandlungsgeschick.

Nicht zuletzt wegen all dieser Eigenschaften hat sie in 22 ihrer insgesamt 40 Dienstjahren quasi „eine ganze Generation“ Religionspädagog*innen zunächst als Visitatorin und später als Schulreferentin begleitet, so drückte es KR Jochen Belz bereits zuvor im Rahmen des Verabschiedungsgottesdienstes aus. Er betonte, dass Frau Jakob-Stralka als gute Ratgeberin bei vielen, denen sie begegnet ist, Ressourcen wecken und ihnen gangbare Wege aufzeigen konnte. Für ihn selbst sei es nicht zuletzt das „gemeinsame Lachen“ gewesen, welches vieles erleichtert hätte und welches er besonders vermissen werde. In den vielen Tätigkeitsfeldern ihrer Arbeit als Religionspädagogin – von der Religionslehrerin über die Arbeitskreisleiterin bis hin zur Schulreferentin – war die „Erzählkunst“ ein Schwerpunkt, mit der sie stets danach gesucht hat, „was die kindliche und erwachsene Seele nährt.“ so Belz weiter.

Thomas Ohlwerter, Leiter des Katholischen Schulreferates, erinnerte sich besonders an die gemeinsame Vorbereitung und Durchführung der ökumenischen Gottesdienste für Lehrer*innen am Anfang jeden Schuljahres, bei denen es am Ende auf Anregung von Helga Jakob-Stralka immer ein „Give-away“ für die Besucher gab. Etwas „typisch evangelisches“ sei dies seither für ihn immer gewesen.

Frau Gebhardt und Herr Winter überreichten stellvertretend für alle Kolleg*innen ein selbstgestaltetes Erinnerungsbuch mit vielen lieben Wünschen und humorvollen Anekdoten, welche  vielseitig und kreativ zum Ausdruck gebracht wurden.

Helga Jakob-Stralka  gab schließlich selbst ein paar persönliche Einblicke in die Anfangszeit ihres Berufslebens. Ihr Start in Nürnbergs Nachbarstadt Fürth wurde dadurch erschwert, dass man dort lieber einen männlichen Kollegen gesehen hätte. Auch mit ihrer Erzählkunst sei es anfangs nicht so weit her gewesen. Doch durch Laubi und ihr großes Vorbild Hollenweger fand sie einen guten Zugang zu ihrem späteren „Steckenpferd“. Nicht umsonst zog sie später als Multiplikatorin für die Laubi-Bibel durch die Lande. In Richtung Thomas Ohlwerter meinte Frau Jakob-Stralka schmunzelnd, der Ökumene sei sie immer sehr verbunden gewesen, schließlich hätte sie damals einen katholischen Mann geheiratet.

Neben vielen Dankesworten an ihre Familie (die Verabschiedungsfeier wurde übrigens von ihren beiden Söhnen musikalisch virtuos ausgestaltet), an ihre Vorgesetzten und an die Kolleg*innen riet Helga Jakob-Stralka abschließend allen Anwesenden, gut auf sich aufzupassen und eigene Kraftquellen nicht versiegen zu lassen.  Vielleicht war und ist eine Kraftquelle von Helga Jakob-Stralka das Stricken, denn laut KR Jochen Bernhardt war sie „die strickende Dame in der Schulreferentenkonferenz“. Bei seinen Recherchen stieß Bernhardt auf die Aussage „Wer strickt wird ruhiger und entspannt sich.“ Möglicherweise rührte daher Frau Stralkas souveräne Gelassenheit, die ihr auch in ihrer neuen Lebensphase erhalten bleiben möge! Wir wünschen ihr und ihrer Familie alles Gute und Gottes Segen!

Daniela Zapf